Pressestimmen


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Neue Musik kennenlernen

Viel zu tun haben auch die Musiker des Jugendblasorchesters – einer Projektformation aus den Reihen der Stadtharmonie und der Stadtmusik Villingen. Am 1. Juli wird das große Orchester die Gäste im Franziskaner in die Sommerzeit entführen – diesmal unter der Leitung einer eingeladenen Dirigentin, Miriam Raspe aus Trossingen.

„Für mich ist es interessant, so ein großes Orchester vor mir zu haben“, sagt Raspe. Als Leiterin der Trossinger Stadtkapelle und des Musikvereins Unterkirnach ist sie gewohnt, eher mit kleineren Ensembles zu arbeiten. „Beim Jugendblasorchester sind alle Stimmen doppelt, dreifach oder vierfach besetzt, sodass es auch für mich eine Herausforderung ist, den riesigen Tutti-Klang transparent zu formen“, gibt sie zu. Und fügt hinzu: „Dieses Orchester ist wunderbar formbar. Alle sind motiviert und möchten ihr Bestes geben.“

Gerade mal elf Jahre alt ist der jüngste Musiker im Projektorchester, der älteste ist Mitte 20. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt die junge Dirigentin mit Blick auf die intensive Vorbereitungsphase. „Nur zwei Stücke sind eine ziemliche Herausforderung und gehen noch nicht so leicht von der Hand“, verrät sie. Bei „Circus Scenes“ bereiten zum Beispiel die vielen Tempowechsel und die schnellen Übergänge einige Schwierigkeiten. „Zudem sind da einzelne Register und zum Teil sogar einzelne Spieler stark gefordert“, erklärt Raspe. Da heißt es nur: üben, bis es sitzt.

„Ich bin aber sicher, dass wir die Stücke auch noch knacken werden. Wenn alle an einem Strang ziehen, dann wird es ja klappen“, ist Raspe überzeugt. Glücklich ist sie nicht nur über die große Motivation und Disziplin seitens der Jugendlichen, sondern auch über die „großartige Unterstützung hinter den Kulissen“: Sie meint die Dozenten, die einzelne Registerproben leiten.

Raspes Vision ist es, dass die Jugendlichen sich nicht nur im Konzert von ihrer besten Seite zeigen, sondern auch ihr Instrumentalprofil schärfen, ihre Fähigkeiten im Zusammenspiel verbessern und neue Stücke kennenlernen. „Ich wünsche mir, dass diese Arbeit langfristige Wirkung hat und die Musiker viel mitnehmen können“, sagt Raspe.

Ein besonderes Anliegen war es ihr, die jungen Musiker mit der wichtigen Literatur vertraut zu machen: „Gershwin sollte zum Beispiel jeder kennen. Ich will, dass die Jugendlichen sehen: Das ist tolle Musik, die Spaß macht und schön klingt.“ Beim Gershwin-Medley durfte natürlich das Stück „Summertime“ nicht fehlen – so heißt nämlich auch das Konzert.

Dass die Nachwuchsmusiker nun andere Komponisten, andere Stile und eine andere Konstellation der Stücke kennenlernen, findet auch Markus Färber, Dirigent der Stadtmusik, sinnvoll: „Im Profi-Bereich ist es ja normal, dass eingeladene Dirigenten mit dem Orchester arbeiten. Es ist immer eine Bereicherung.“ Auch Benno Kilzer, der normalerweise die Jugendkapelle der Stadtharmonie dirigiert, zeigt sich von der Idee begeistert: „Miriam Raspe hat ein tolles Programm zusammengestellt. Und die Musiker tauchen für vier Monate in eine ganz andere Welt.“ […]

[Schwarzwälder Bote (Tatsiana Zelenjuk), 17.05.2018]